Talbrücke "Rümmecke" - Technische Daten und Bauweise
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Die Talbrücke Rümmecke zählt zu einer Reihe von Großbrücken, bei denen der Bundesminister für Verkehr in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Eibel von der TU Karlsruhe und dem früheren Referatsleiter Brückenbau des LWL, Herrn Walter Voß, die Bauweise "verbundlose externe Vorspannung an Brücken mit Kastenüberbauten" erprobt und zur technischen Reife führt. Diese Bauweise wurde erstmals an den Talbrücken der A 46 über das Berbketal und über das Wintroper Tal bei Arnsberg erprobt. Bei diesen Brücken wurden die überbauten im Taktschiebeverfahren hergestellt. |
Technische Daten
| Entwurf | Büro Prof. Dr.-Ing. J. Eibel, Karlsruhe u. WSBA Meschede | |
| Stützweite | 26,75m + 9 x 36,00 m + 27,75 m = 378,50 m | |
| Max. Höhe | ca. 35,00 m | |
| Längs- / Querneigung | 0,839 % / 2,5 % | |
| Krümmung | A = 280 m, R = gerade | |
| Widerlager | auf Scheiben flach gegründet | |
| Pfeiler | Massivpfeiler (Sechseck-Knochen), flach gegründet | |
| Beton der Unterbauten | 7.600,00 m3 | |
| Stahl der Unterbauten | ca. 600 t | |
| Lagerung | Verformungslager, Verformungsgleitlager | |
| Überbau | zwei getrennte, einzellige
Hohlkästen in B 45, teilweise vorgespannter Überbau mit externer, verbundfreier Längsvorspannung |
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| Überbaufläche | ca. 10.530,00 m2 | |
| Entwässerung | ca. 330 l / sek | |
| Ausstattung | Betonbrüstungen, Lärmschutzwände | |
| Bauzeit | 21 Monate | |
| Auftragssumme | 19.178.263,40 DM | |
| Auftragserteilung | 20.05.1996 | |
| Baubeginn | Juni 1996 | |
| Bauweise | Überbauerstellung mir Vorschubgerüst (siehe unten) | |
| Auftragnehmer | Fa. Karl Schäfer, Gelsenkirchen | |
| Prüfingenieur | Prof. Dr.-Ing. J. Eibel, Karlsruhe | |
| Bauaufsicht | WSBA Meschede und SBM Meschede-Freienohl |
Bauweise
| Zur Ergänzung des Forschungsprogramms wurde bei der Talbrücke Rümmecke die Herstellung der Überbauten auf einem Vorschubgerüst vorgegeben. Bei herkömmlich hergestellten Brücken werden die Längs-Spannglieder in Hüllrohren in den Stegen einbetoniert. Nach dem Vorspannen werden die Spannglieder für den Korrosionsschutz mit Zementsuspension verpresst. Bei der neuen Bauweise verlaufen die Spannglieder außerhalb der Betonquerschnitte offen und verbundlos innerhalb der Hohlkästen. |
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| Die Vorteile dieser Bauweise liegen u.a. in
folgenden Punkten: 1. Die Stege der Hohlkästen sind frei von Spanngliedern, d.h. es ergeben sich dünnere und leichtere Konstruktionen, die Bewehrung und der Frischbeton sind leichter einzubringen. Die Qualität der Konstruktion, auch die der Fahrbahnplatte wird erhöht. 2. Die Spannglieder verlaufen in Kunststoffrohren, die mit Zement oder Fett gefüllt sind, wodurch ein optimaler Korrosionsschutz erreicht wird. 3. Die Spannglieder sind jederzeit kontrollierbar, nachspannbar, austauschbar und verstärkbar. 4. Der Einbau ist nicht witterungsabhängig.
Demgegenüber stehen einige Nachteile: |
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Beim Entwurf der Brücken wurde
besonderer Wert auf die äußere Gestaltung und die Einpassung in die
Landschaft gelegt. Die Pfeiler erhielten, um sie leichter und aufgelockert
erscheinen zu lassen, einen "Knochenquerschnitt". Die Widerlager wurden
möglichst hoch auf die anschließenden Dammschüttungen gegründet, um lange
Flügelwände sowie hohe und große Widerlager-Ansichtsflächen zu vermeiden. Die nutzbare Breite der Brücke beträgt - ohne Aufweitungen - 28,50 m; die Fahrbahnbreite von jeweils 11,50 m ermöglicht bei Bedarf eine vierstreifige Verkehrsführung. Als Emissionsschutz wurde eine 1 m hohe transparente Wand aus Acrylglas aufgesetzt. |
Literaturangabe:
Westfälisches Straßenbauamt Meschede (WSB), BAB 46 Umfahrung Meschede-Freienohl,
29.11.1999
Bildnachweis:
Bild 1 und 2: Westfälisches Straßenbauamt Meschede, BAB 46 Umfahrung
Meschede-Freienohl, 29.11.1999
Bild 3: Karl-Heinz Kordel, Freienohl