Dönekes - Aber wahr!

Todesanzeige des Amtes Freienohl

Der Sturm der Neugliederung hat im früheren Amt Freienohl nicht die Blütenträume wahr werden lassen, die durchaus Chance der Verwirklichung hatten. Die Bildung einer eigenständigen A - Gemeinde zwischen den Städten Meschede und Arnsberg. Es hat nicht sollen sein, nicht zuletzt, weil Oeventrop  es vorzog, Bestandteil der neuen Stadt Arnsberg zu werden. Darüber zu rechten, hat heute wenig Sinn mehr  - man muss sich mit den Fakten abfinden.

Verständlich aber ist es doch, dass am schwarzen Brett des ehemaligen Amtshauses Freienohl folgender "Totenzettel" prangte:

 

Weinet nicht über uns, sondern über all diejenigen, die Schuld tragen an unserem Tod.
 Sie werden gerechte Strafen finden.
Im erfahrenen Alter von 132 Jahren, jedoch körperlich rüstig und in bewundernswerter geistiger Frische wurde
in den Nachtstunden vom 31. Dezember 1974 zum 1. Januar 1975 dem

Amt Freienohl

durch einen tragischen Irrtum das Leben genommen.

Nach furchtbaren Misshandlungen und Zerstückelungen findet die Beerdigung auf den Friedhöfen in Meschede, Sundern und Arnsberg statt.
Allen, die zu dem Tod des Amtes Freienohl beigetragen haben, mögen 15.000 bisher zufriedene Einwohner vergeben, denn diese wenigen wussten nicht, was sie taten.

Im Namen der Hinterbliebenen
45 Bedienstete und zwölf blühende Gemeinden
 

Nun, was als Scherz gemeint war, hat jedoch einen recht ernsthaften Hintergrund. Die frühere Belegschaft der Amtsverwaltung wurde auf Dienststellen verteilt. Ein Teil ging nach Neheim, einer kam zum Rathaus in Hüsten, einige kamen in die Rathäuser von Arnsberg, Sundern und Meschede. Der Rest blieb in der Verwaltungsnebenstelle Freienohl.

Fundstelle:
WP Sonderbeilage "Freienohl stellt sich vor", 31.01.1975