| Freienohler Urbanus- /
Fronleichnamsprozession seit dem 25. Mai 1537 Welcher Urban ist gemeint?
Vor 470 Jahren, am 25. Mai 1537, feierten
unsere Vorfahren die wohl erste Urbanus-Prozession. Welcher Urban ist
gemeint? Denn es gibt mehrere Hochangesehene dieses Namens. Unter ihnen
zwei Heilige - und für so eine traditionsreiche Prozession dürfte ein
anerkannter Heiliger schon der rechte Patron sein. |
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Der erste Hl. Urban
war Bischof von Langres in Frankreich, gestorben 576. Sein ihm schon mal
zugeschriebenes Patronat für gutes Wetter und eine gute Weinernte wurde
schon im 11. Jahrhundert ziemlich eindeutig bestritten. Und sein
Gedenktag ist der 2. April. |
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Noch ein Urban kann etwas mit unserer Gemeinde zu tun haben: 1537 hatten fromme Leute aus Freienohl dem Pastor die wohl erste Monstranz geschenkt; das war noch zur Zeit unserer ganz alten Kirche. Dieses Geschenk kann in Verbindung stehen mit Papst Urban IV. (Pontifikat 1261 – 1264). Papst Urban IV hatte noch zwei Monate vor seinem Tod das Fronleichnamsfest für die ganze Kirche eingeführt. Seit 1277 gibt es im kurfürstlichen Erzbistum Köln, wozu Freienohl damals gehörte, die Prozession zum Fronleichnamsfest. Und mit der neuen Monstranz waren die Urbanusprozession und die Fronleichnamsprozession sicher auch eine ehrlich stolze Feier – wie auch heute noch, wenn es die Urbanusstraße hinuntergeht zur Station "Pöttgen" und die Fahnen unseres Kirchturms Singen und Beten verstärken. Und es könnte noch einen vierten Urban geben: Papst Urban II. (Pontifikat 1088 – 1099). Er hatte 1087 - kein Jubeljahr, aber immerhin vor 910 Jahren - für den 9. Mai, also in der Nähe zum 25. Mai, das Fest „Translatio Sti. Nicolai“ eingeführt: die Übertragung der Gebeine des Hl. Nikolaus. Dies war ein kirchengeschichtlich und liturgisch wichtiges Ereignis: der Metropolit Ephraim von Russland befand sich da noch in der Gemeinschaft mit der Römischen Kirche und hatte diesen Gedenktag sogar zu einem öffentlichen Feiertag für die gesamten russische Kirche eingeführt. In diesem Jahr 2007 ist zwar der 8. Mai schon vorbei, aber er könnte etwas Ökumenisches werden, gemeinsam mit den Russlanddeutschen bei uns in Freienohl. |
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Text: Heinrich Pasternak, Dipl. Theol.,
Dipl. Psychol., Mai 2007
Fotos: Die Fotos befinden sich in der Sammlung von Karl-Heinz Kordel
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Anmerkung: Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde die Prozession immer mehr eingeschränkt. Im Jahre 1934 wurde sie ganz verboten. Nach dem zweiten Weltkrieg konnte die Prozession nach alter Tradition wieder frei ausziehen. Nach all den Jahren der Unterdrückung kam die Freude der Bevölkerung, durch überwältigendes Schmücken der Straßen und Häuser, besonders zum Ausdruck. |