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Hebamme Josephine Schröer - Stifterin der
Küppelkapelle (* 17. März 1868
U ?) Ehrlich und glaubwürdig fromm |
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Die Freienohler Küppelkapelle - gestiftet von Hebamme Josephine Schröer |
Kurz und knapp steht in der Akte über Ärzte und
Hebammen in Freienohl: Eine neue Hebamme am 4. August 1893: Josephine
Schröer, geb. 17. März 1868, Approbation am 28. Juni 1894
am Geburts-Institut Paderborn.
(AA
1734)
Ein Brief der Hebamme Josephine Schröer,
bekannt als Hebamme "Tante
Fina"
ist überliefert: leider nicht handschriftlich von ihr, sondern 1952
abgeschrieben mit einer alten Schreibmaschine von Pfarrer Theodor Dolle
(geb. 1896, Pfarrer in Freienohl 1949- 1960, gest. 1965).
Dieser Brief der Hebamme ist eine Art
Jubiläumsbrief, vor 50 Jahren geschrieben: 1902. Sein Stil entspricht
ganz der Frömmigkeit, Religiosität, Spiritualität im Grunde ganz
schlichter Leute jener Zeit. Für Leser heutiger Zeit: dieser Stil ist in
seiner Frömmigkeit ganz ernst gemeint:
Brief zu ihrer Stiftung der
Küppel-Kapelle
Alle, die Ihr Euch wünscht, im letzten Stündlein Eures Lebens einen besonderen Fürsprecher beim lieben Jesuskindlein zu haben, der für uns streiten tut, dass wir den Sieg, worauf wir das ganze Leben gekämpft haben, auch glücklich erlangen, wollet uns beispringen mit einem kleinen Almosen, vielleicht 50 Pfennig oder 1 Mark oder auch mehr zur Erbauung einer Kapelle zur Ehren des heiligen Josef als den ganz besonderen Schutzpatron der Sterbenden. |
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Es wird also nur aus dieser Veranlassung diese Kapelle erbaut, damit der hl. Josef, dieser mächtige Helfer, von dem die hl. Theresia (von Lisieux, vom Kinde Jesu) sagt: Ich erinnere mich nicht, um irgendetwas den hl. Josef gebeten zu haben, ohne dass er es mir erlangt hätte, uns in allen Nöten Hülfe (damals so richtig geschrieben), besonders aber eine glückliche Sterbestunde erflehen möge, bitte deshalb recht innigst; helft uns. Der hl. Josef hilft, wenn wir ihn nur recht demütig und bescheiden anrufen, und dieses kann nie besser geschehen und seine Fürbitte nie kräftiger herab ziehen, als wenn wir ihm zu Ehren eine Kapelle erbauen. Und damit wir den Tod des hl. Josef immer vor Augen haben, so soll auch diese Gruppe in die Kapelle befördert werden, welche am Küppel zu stehen kommt. Zu diesem Zwecke werden zwei Statuen als Prämien: Knabe Jesus und der hl. Josef verlost, jedes Los kostet 50 Pfennig. Im Namen Josefs bitte ich nochmals, helft uns. - Grüßt freundlichst! gez. Josephine Schröer, Hebamme in Freienohl. Das war der
Brief. Pfarrer Dolle fügte diese Notiz an:
„Dann folgen die Wohltäter mit Angabe der
gespendeten Summe.“ -
Der Originaltext von Josephie Schröer liegt nicht
mehr vor, auch nicht die Namen und Spenden-Summen. (PfA
A5)
Auf dem Blatt der Abschrift von Pfarrer Dolle stehen noch diese beiden
Texte: Ein Brief an Fräulein Josephine Schröer (nicht verheiratete Frauen wurden damals Fräulein genannt) Der Gemeindevorsteher Caspar Kehsler schreibt:
„Freienohl, den 1. März 1902. - Auf Ihren Antrag vom 26. Februar, betr.
Überlassung eines Bauplatzes für die am Küppel zu erbauende Kapelle,
teil ich Ihnen mit, dass die Gemeindevertretung bereit ist, den Bauplatz
unentgeltlich herzugeben, vorausgesetzt, dass die neue Kapelle ungefähr
auf die Stelle der jetzigen zu stehen kommt, dass der Bau eine Zierde
des Prozessionsweges und in jeder Hinsicht (ein) würdiger wird. Ein
Beitrag kann ebenso wenig in bar als in Abgabe von Holz geleistet
werden.
Angemerkt ist: „Die Genehmigung des Herrn Oberförsters ist
selbstverständlich nachzusuchen. - Genehmigt gez. Preuß. 22. März 1902“. Pfarrer Dolle schreibt weiter: „Soweit die Abschrift. Die
Kapelle ist dann durch milde Gaben erbaut worden. Leider ist der Grund
und Boden noch heute nicht – ebenso die Kapelle der Kirchengemeinde –
nicht grundbuchlich und katastermäßig umgeschrieben worden. Der Pastor
hat keinen Schlüssel. Dieser wurde von dem verstorbenen Hrch. Becker
(Heinrich) , dem Vater des heutigen Amtsbürgermeisters, aufbewahrt, der
auch für die Kapelle sorgte. Dieser hat den Schlüssel dem Borbeck - Alte
Wiese zur Verwahrung übergeben, der sich aber wenig um die Kapelle
kümmert.“
(PfA
A5)
Abkürzungen: AA = Amtsarchiv und
Aktennummer (Stadtarchiv Meschede im Amtshaus Freienohl); PfA A =
Pfarrarchiv St. Nikolaus-Pfarrei Freienohl + Aktennummer.
Bericht: Heinrich Pasternak
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