Martin Pautsch (* 21.10.1905, † 27.02.1964), Kunstmaler
![]() Glasfenster "Grablegung" in der alten Friedhofskapelle
Glasfenster "Auferstehung" in der alten Friedhofskapelle |
Die beiden Fenster "Grablegung" und "Auferstehung" in der alten Friedhofskapelle sind Arbeiten des Künstlers Martin Pautsch. Biographie von Martin
Pautsch Seine Liebe zur Malerei trat frühzeitig hervor. Die erste Förderung erfuhr er am Gymnasium durch seinen Lehrer Menge. Eines seiner ersten Bildthemen war die Landschaft. Dazu regte ihn die Grafschaft Glatz, die Heimat seiner Eltern, besonders an. Hier war es vor allem Mittelwalde, das Tor zu Österreich, das mit seiner Grenzlandatmosphäre der Aufgeschlossenheit des jungen Malers für Andersartiges und Hintergründiges sehr entgegen kam. Zu diesen Bildthemen kam bald ein anderes, das allmählich zum Lieblingsthema werden sollt:, der Mensch. Der Mensch in der Landschaft, das Figurenbild, der Mensch allein und schließlich das menschliche Antlitz, das Portrait. Das Thema „Mensch in der Landschaft“ beschäftigte ihn besonders auf seinen späteren Fahrten, die ihn zur Kurischen Nehrung, nach Polen, Kärnten, nach der Schweiz und Südfrankreich führten. Nach dem Münchener Jahr ging er an die Akademie in Breslau. Dort lehrte damals unter Professor Moll die Professoren Otto Müller, Alexander Kanoldt, Zmbal, Busch, Much und Mense. Und diese Jahre, die später einmal „Breslaus weltläufige Epoche“ genannt wurde, waren für ihn von entscheidender Bedeutung. Hier fand er die ihm gemäße Malweise, in Otto Müller und Alexander Kanoldt seine großen Lehrer, hier die geistige Weite, die weltweite Atmosphäre, die seinen Intentionen entgegen kam, ihn geistig anregte und malerisch befruchtete. Unter den vielen Bildmotiven, die ihn nun beschäftigten, herrschte eine Zeit lang das Stillleben vor, das auch später öfter wiederkehrte. Schon am Ende der Akademiejahre trat dann das religiöse Thema auf und, angeregt durch einen Auftrag, bald in den Vordergrund. Es sollte ihn bis an sein Lebensende nicht mehr loslassen. Ein Kreuzweg mit den vierzehn Leidensstationen entstand für die katholische St. Joseph Kirche in Greifswald, der in Breslau ausgestellt und in der Presse und Rundfunk besprochen wurde. Er wurde 1933 (?) beendet. In den folgenden Jahren von 1933 bis 1945, in denen eine Entwicklung religiöser Bildthemen gehemmt wurde, blieb das Portrait weiter sein Lieblingsthema, nun vor allem das Kinderbildnis. Nach seiner Heirat mit der Gymnastiklehrerin (Hellerau-Lachsenburg) Lilia Swoboda 1935 hatte er in seinen Töchtern Monika und Uta geeignete Modelle. Kinderbildaufträge und Ausstellungen folgten. An ihnen lässt sich seine reiche Künstlertätigkeit gut ablesen. So konnte man seine Bilder auf eigenen wie gemeinschaftlichen Ausstellungen in Breslau und Stettin, Oppeln, Ratibor und Kreuzburg, Beuthen, Gleiwitz, Königshütte und Kattowitz sehen. Zu dieser Zeit entstanden auch einige Arbeiten in öffentlichem Auftrag: sechs Glasfenster in einem Gymnasium, Sgrafittoarbeiten in einer Fachschule, Ausmalungen im „Haus Oberschlesien“, alle in Gleiwitz, und ein Jungenportrait für das Museum in der Stadt Oppeln. Nach der Vertreibung aus Schlesien 1946, durch die er die meisten seiner Bilder verlor, fand er im Sauerland (erst in Freienohl, dann in Neheim-Hüsten) eine neue Heimat. Hier setzte noch einmal eine äußerst schaffensreiche Zeit ein. Zu den beiden bisher vorherrschenden Themen, den religiösen und dem Kinderbildthema, kam nun das der Vertreibung hinzu. Seine Malweise von Expressionismus herkommend, hatte sich inzwischen eigene Ausdrucksformen geschaffen. Er hatte seine unverkennbar eigene Handschrift, seinen eigenen Stil gefunden. |
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Neben den bisher benutzten verschiedenen Techniken wie Rötel, Kohle, Bleistift und Tusche, Öl und Tempera, Linolschnitt und Sgrafitti gab er nun immer mehr dem Pastell den Vorzug, besonders in den Figurenbildern und Bildnissen. Und immer deutlicher tritt in den Bildern dieses Zeitabschnitts sein großes Anliegen hervor, das schon in früheren Werken zu spüren war, im Bild die geistige Welt sichtbar zu machen, das Hintergründige aufleuchten und den Wesenskern erkennen zu lassen. Auch hier in Westfalen kommt es zu mehreren Ausstellungen, so in Meschede, Neheim-Hüsten und Arnsberg, Wiedenbrück, Recklinghausen, Soest und Bochum. Auch hier Aufträge, private und öffentliche: Glasfenster für die Friedhofskapelle in Freienohl, ein Hedwigsbild für die Pfarrkirche in Jülich, ein Vertriebenenbild für das Museum in Arnsberg und eine Bergpredigt für einen süddeutschen Betrieb. Daneben entstehen bemerkenswert viele Selbstbildnisse, von denen manche schon das frühe Ende ahnen lassen. Wohl hält seine schon immer labile Gesundheit dem Ende der vierziger Jahre auftretenden Leiden noch vierzehn Jahre stand, aber seine Schaffenskraft hat ihren Höhepunkt überschritten. Ein letztes Selbstbildnis (1963), so zart, dass die Umrisslinien kaum zu erkennen sind, zeugt zwar noch von seinem Können, zeigt aber auf erschütternde Weise das baldige Ende an. Martin Pautsch starb am 27. Februar 1964 in Neheim-Hüsten, wo er auch begraben liegt.
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| Der Kreuzweg der St. Joseph Kirche in Greifswald | ||
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Ein Kreuzweg mit den
vierzehn Leidensstationen in expressionistischem Stil entstand für die
katholische
St. Joseph Kirche in Greifswald,
der in Breslau ausgestellt und in der Presse und Rundfunk besprochen
wurde. Er wurde 1933 (?) beendet. |
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Presseberichte: In der Westfalenpost Nr. 37
vom 29.03.1949 war zu lesen: "... Wer den Maler Pautsch verstehen will,
muss den Maler Pautsch kennen - in seiner starken verbundenen Religiosität,
die sich insbesondere in seinen neueren Arbeiten sinnvoll ausprägt. Sauerlandruf Nr. 1 Juli 1964
Schlesische Nachrichten, Nr. 9, 01.05.2002 "... Auch Landespatronin St. Hedwig war sozusagen bei der Feier ihrer exilierten Landeskinder dabei: Ihr Ölbild, gemalt von dem schlesischen Maler Martin Pautsch, gestiftet durch die Kreisgruppe Jülich der Schlesier, geweiht am 23. Mai 1964 durch Weihbischof Joseph Ferche, Köln (früher Breslau), war für die Feier aus der nahen Propsteipfarrkirche geholt worden und stand im Blumenschmuck vor den Versammelten."
Biographie:
Uta Loeber-Pautsch |
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