Freienohler auf dem Dach der Welt - mit dem Rucksack unterwegs im Himalaya
     


Axel Kaulmann - Im Hintergrund der Mount Everest
  Nachdem Axel Kaulmann bereits im August diesen Jahres zu Fuß mit dem Rucksack die Alpen von Oberstdorf nach Meran in Italien überquert hat, hieß sein großes Ziel im Oktober: Nepal und das Dach der Welt rund um den Mount Everest.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Golfstaat Qatar landete Axel Mitte Oktober in Nepals Hauptstadt Kathmandu von wo aus er mit der Regionalen Fluggesellschaft Yeti Air bis zum 2.800m hoch gelegenen Flughafen Lukla weitergeflogen ist. Lukla gilt als einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt, da die Landebahn hier nur 500m lang und direkt an einem Felsmassiv gelegen ist. "Dichter Nebel", so Axel: " kann hier schon mal schnell dazu führen, dass der Flughafen für einige Tage geschlossen werden muss."
     
Die Alternative wäre gewesen, die Strecke von Kathmandu bis nach Lukla mit dem Bus und dann ab Jeri in sechstägigem Fußmarsch zurückzulegen. Abenteuerlust und die Gewissheit, dass es ab Lukla für weitere 14 Tage zu Fuß und mit schwerem Rucksack weitergehen wird haben die Entscheidung für den abenteuerlichen Flug aber recht leicht gemacht.

Lukla ist der Ausgangsort aller großen Himalaya und Mount Everest Expeditionen von wo aus bereits Edmund Hillary und Reinhold Messner zu ihren Gipfelstürmen aufgebrochen sind.

Um sich langsam an die dünne Höhenluft zu gewöhnen ist es wichtig, sehr langsam zu gehen, viele Pausen einzulegen und bis zu 6 Liter Flüssigkeit am Tag zu trinken. Bis zum auf 3.400m Höhe gelegenen Ort Namche Bazzar (zum Vergleich: Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, liegt auf 2.962m) ist Axel die Anpassung auch sehr leicht gefallen, weiter oben sind dann aber immer wieder starke Kopfschmerzen, Appetit- und Schlaflosigkeit so wie ein erhöhter Ruhepuls von über 100 Schlägen in der Minute dazu gekommen.
 

Edmund Hilary Brücke



Im Buddhistischen Klöster
  "Nachts bin ich oft aufgewacht und habe gedacht, keine Luft mehr zu bekommen, das war schon ein sehr unangenehmes Gefühl". Aber die umwerfende Landschaft, die zahlreichen Buddhistischen Klöster und das beeindruckende Leben der Einheimischen waren alle Mühen Wert. Ab Namche Bazzar ging es dann in Tagesmärschen von teilweise über 10 Stunden über Siedlungen wie Tengboche und Dingboche bis in das 4.900m hoch gelegene Lobuche. Lobuche ist ein Ort, den man laut Axel guten Gewissens von der Landkarte streichen könnte denn fehlende Hygiene, ein beißender Geruch und die bittere Kälte machen diesen Ort sehr unattraktiv. Da in dieser Höhe keine Bäume und Pflanzen mehr wachsen werden die Hütten mit getrocknetem Yakmist geheizt.
Die kalten Temperaturen lassen keine Wasserleitungen mehr zu und so gibt es nur Plumpsklos und keinerlei Kanalisation. Hinzu kommen noch lauter hustende und mehr oder weniger streng riechenden Einheimischen und Wanderer. Die trockene Höhenluft löst einen nervigen Reizhusten aus und die letzte Dusche liegt gut 1.000 Höhenmeter tiefer.

Morgens früh um 5 Uhr ging es dann von Lobuche weiter zum Ansturm auf das Mount Everest Basislager und dem mit 5545m hoch gelegen Kala Pattar. "Fast minus 30 Grad, Schlafmangel und der unangenehme Husten haben den letzten Tag auf dem Weg nach oben zu einer wahren körperlichen Herausforderung gemacht", so Axel.
 
 

 Axel Kaulmann fast ganz oben bei minus20 Grad
"Nach 6 Stunden durch Geröllfelder und entlang des 20km langen Khumbu-Gletschers habe ich mein Ziel, das Basislager des Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, am 29. Oktober erreicht.“ Direkt unterhalb des berühmt berüchtigten Eisfall und umgeben von zahlreichen 8000ern waren schnell alle Beschwerden verflogen. „Direkt am Fuße des Mount Everest, dem mit 8848m höchsten Berg der Welt zu stehen, ist ein unglaublich tolles Gefühl. „Zwei Wochen vorbei an zahllosen bunten Buddhistischen Gebetsfahnen, durch immer kleiner werdende Siedlungen mit einfachen Bauernhäusern und immer umgeben von den höchsten und schönsten Bergen der Welt, sind eine sehr intensive und unvergessliche Zeit.“

Ein neues Ziel für 2012 steht auch schon fest – es geht gemeinsam mit Freunden auf den Mont Blanc.

Bildergalerie: Axel Kaulmann auf dem Dach der Welt

Bericht und Fotos: © Axel Kaulmann