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Willi Staudinger: Unser Freienohler Dreifach-Meister
auch Dank seiner Gattin Hilde!
Maurermeister und Schreinermeister und für unser Freienohl Heimatkunde-Meister.
Belege dafür sind die zwei amtlichen Meisterbriefe der Innung und die jahrelange berufliche anerkannte Praxis und das Lesen und Wahrnehmen der „Textliste“. Die genau so lange und gründliche Lebens-Praxis der Gattin, Mutter und Hauswirtschafterin Hilde Staudinger belegt das Zitat von Thomas von Aquin, Kirchenlehrer, Christsein-Lehrer: 1225 – 1274: „Liebe ist: ich will für dich das Gute und ich tue für dich das Gute!“ Original auf Latein: „Caritas est tibi bonum velle et tibi bonum facere!“ In einem Gesprächskreis eine erfahrene Freienohlerin: „Stimmt genau! Darum hat der liebe Gott ja auch Eva erschaffen!“ Der Buiterling dankt.
Vom Maurer-Meister Erinnerungen: Mit wohl über tausend rot-braunen Backsteinen hat er beim Erst-Bau der Abtei-Kirche des Benediktiner-Klosters Königsmünster in Meschede mit gemauert und zwar an der faszinierend Altar-Raum-Wand rechts von den Orgelpfeifen. Auch für die Orgel-Musik wunderschön, wunderbar! Etwas sei ergänzt: der Wortteil „bar“ vom Lateinischen „ferre“ bedeutet „tragen“, also: wunder-tragend, Wunder tragend!
Vom Schreiner-Meister Erinnerungen: Warum Schreiner? „Um im Winter etwas Vernünftiges zu tun zu haben!“
Mun Text-Abschriften; die Originale befinden sich im Stadtarchiv Meschede in Grevenstein.
Willi Staudinger: Eine Bruderschaft für die Freiheit: Das Vermächtnis des Johann Femme
Die Anzahl der Urkunden und Belege, die für die Erforschung der Geschichte der Freiheit Freienohl herangezogen werden können, sind nicht sehr zahlreich. Wenn dann noch die als Fälschungen erkannten oder die in ihrem ursprünglichen Sinn vorsätzlich veränderten Dokumente aussortiert werden, bleibt nur Weniges übrig. Es war in alter Zeit unvermeidlich, dass kommunale und kirchliche Belange fast untrennbar miteinander verbunden waren. Daher ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn in den Archiven der Pfarreien manches aufbewahrt wurde, was ansonsten längst vergessen und niemandem bekannt geworden wäre. Das gilt auch für das als so genanntes Femme-Urkunde bekannte Dokument aus dem Jahr 1462.
Das Vermächtnis des Johann Femme
Der kinderlose Bürger Johann Femme zu Freienohl trifft im Beisein des Pastors Tillmann, des Bürgermeisters und des Rates der Freiheit testamentarische Anordnungen und verfügt, wie mit Teilen seines hinterlassenen Vermögens verfahren werden soll. Im Kern geht es um ein Vermächtnis an die Kirche für sein Seelenheil und das seiner Eltern. Im Einzelnen stiftet er vier Wachsstäbe für das Kirchen-Geleucht und einige Grundstücke aus deren Erlös auch später Wachs beschafft und der Pastor an bestimmten Tagen für das Seelenheil seiner Familie beim Gottesdienste beten soll. – Er lässt auch niederschreiben, dass er den Wunsch hat, dass die beiden Bauernschaften eine Bruderschaft gründen sollten. – Das ist der wesentliche, sachliche Inhalt des Dokumentes.
Die Hinzudichtungen und Erweiterungen
Aus dieser Urkunde des Johann Femme ist der größte Anteil der Freienohler Geschichts-Schreibung entnommen und von mehreren Forschern mit teilweise recht merkwürdigen Vermutungen und Ergänzungen ohne sachliche Kommentierung versehen worden. Jeder ernsthafte Geschichtsforscher wird irgendwann an einem Punkt ankommen, wo ihm aus Mangel an Belegen gar nichts anderes übrig bleibt, als verschiedene Theorien und selbst aufgestellten Thesen nachzugehen, um eventuell wieder auf den Weg des Beweisbaren zurückzufinden. Derartige Gedankensprünge sollte man aber als das bezeichnen, was sie eigentlich sind: Vermutungen und unbewiesene Annahmen. Das sollte auch immer so erkennbar bleiben.
Folgende Vermutungen wurden als „Fakten“ in die Geschichtsschreibung übertragen:
Femme saß auf einem Schultenhof. Das wird nirgends erwähnt.
Auf dem Femmehof stand eine Kapelle, die als Vorgängerin der späteren Pfarrkirche gilt.
Das ist zwar möglich, aber unbewiesen. Kapellen auf alten Höfen sind im Sauerland nichts Ungewöhnliches. Es muss nicht unbedingt ein „Schultenhof“ gewesen sein.
Femme wollte zwischen zwei verfeindeten „Haupthöfen“ Frieden stiften. Damit wird auch die Form des Freienohler Freiheits-Wappens begründet. Es soll sich um einen Fischerei-Streit an der Ruhr gehandelt haben. Daher auch die beiden ineinander verbissenen Fische in der Form des Flusslaufes der Ruhr. Das Fischerei-Recht war Angelegenheit des Landesherrn. Was hätten die Untertanen denn darüber zu streiten gehabt?
Es gab hier früher zwei Haupthöfe, den Schultenhof und den Langelhof, aus denen das heutige Freienohl entstanden ist. Auch dies ist eine Vermutung, die durch dauerndes Wiederholen nicht glaubwürdiger wird. Beide müssten schon zur Zeit der Freiheits-Erhebung bestanden haben und zwar als Einzelhöfe außerhalb der Freiheit. Warum nennt sie der Arnsberger Graf sonst nicht in der Urkunde von 1364? Er beurkundet lediglich, daß er seiner schon bestehenden Freiheit Freienohl Lippstädter Recht verleiht. Auch in der Auflistung der Liegenschaften und Besitztümer der Grafschaft beim Übergang an Kur-Köln sind sie nicht zu finden.
Fast alles, was über die Freienohler Geschichte in den letzten einhundert Jahren zusammengedichtet wurde, soll sich angeblich auf die Femme-Urkunde stützen, angefangen mit den Veröffentlichungen von F. A. Höynck im Jahre 1910 bis zum heutigen Tag (Januar 2005). Ger Verfasser der Freienohler Chronik aus dem Jahre 1985, Herr Dr. Mnfred Wolf, hat sich an dieser Legendenbildung nicht beteiligt. Er nennt derartige Geschichten „Freienohler Tradition“. Man kann damit nüchtern betrachtet kaum etwas anfangen, wenn man etwas beweisen will.
Die Gründung einer Bruderschaft
Die von Femme angeregte Gründung einer Bruderschaft wird als später vollzogen angesehen. Sie sollte unter dem Patronat des Hl. Nikolaus und der Gottesmutter stehen. Es wird behauptet, Femme habe damit nicht nur den Grundstein für die Einheit Freienohls durch den Zusammenschluss der beiden „Urhofesverbände“ gelegt, sondern auch die kirchliche Einheit Freienohls begründen wollen. Dazu besaß er wohl kaum die notwendige Kompetenz. Selbst die ihm posthum verliehene Würde eines Schulten und Bürgermeisters kann seine Machtstellung nicht mehr verändern.
Ohne noch eine zusätzliche Legende zur Ortsgeschichte beitragen zu wollen, sei aber noch auf einen anderen möglichen Sinn einer Bruderschafts-Gründung hingewiesen, der bisher völlig außeracht gelassen wurde: Die Urform der heutigen Schützenbruderschaft unter dem Schutze des Kirchenpatrons St. Nikolaus. Dies muss nicht deshalb total unrichtig sein, weil bisher keine honorige Persönlichkeit diese Möglichkeit ins Freienohler Sagengeflecht eingebracht hat. Richtig und durch die Ursatzung von 1702 belegbar ist, dass die Bruderschaft schon lange Zeit vorher bestanden hatte. Wenn diese Lücke von 240 Jahren vor 1702 nicht mit Belegen ausgefüllt werden kann, dann ist das wohl einerseits darauf zurück zu führen, dass die einfachen Leute weder lesen noch schreiben konnten, andererseits durch Feuersbrünste, Kriegseinwirkungen und ähnliche Einflüsse vieles verloren gegangen ist.
Wem diese Theorie zu abenteuerlich vorkommt, dem sei empfohlen, die Veröffentlichungen der letzten hundert Jahre zur Freienohler Tradition auf ihre gesicherten Quellen hin zu untersuchen. Das Ergebnis wird sehr ernüchternd sein. Es könnte sich lohnen, in Zukunft verstärkt nach den Ursprüngen unserer Bruderschaft zu suchen. Schlechteres wie der derzeitig angenommene Stand der Unbeweisbarkeit ihrer tatsächlichen Gründung kann sowieso nicht erwartet werden. Es wäre erfreulich, wenn damit ein weiteres Kapitel der Geschichte der alten Freiheit im Ohl geschrieben werden könnte.
Freienohl, im Januar 2005. Willi Staudinger.
Ende der Abschrift dieses Kapitels von Heinrich Pasternak, im Januar 2026.
Willi Staudinger : Liste der von ihm verfassten Texte
zur Geschichte Freienohls, exquisit zur Freienohler Schützenbruderschaft
und Auflistung Freienohler Familien-Stammbäume,
einsehbar im Archiv Freienohl im Stadtarchiv Meschede in Grevenstein
1857 – Die Schützenkönigin Antonette Bause
Rückblick in die Vergangenheit: Ereignisse und Begebenheiten der Freienohler Geschichte
Die Geschichte der Freiheit Freienohl: Eine Gratwanderung zwischen Dichtung und Tatsachen
Eine Bruderschaft für die Freiheit: Die Freienohler Geschichtsurkunden
Eine Bruderschaft für die Freiheit: Das Vermächtnis des Johann Femme
Kirchengemeinde St. Nikolaus Freienohl: Trauungen von 1691 bis 1900 – Kirchenbücher Band 6 und 7: Index der Familiennamen
Vom Siegen und Heilen: Meine Kindheit im Dritten Reich
Es weihnachtet sehr: Großvater und Enkel genießen den Fernseh-Advent
Freienohl in alter Zeit: Von der grauen Vorzeit über die Freiheitserhebung bis zum gefestigten Gemeinwesen
Dreihundert Jahre Vereinsleben. Satzungen und Statuten – Anpassung an die Veränderungen in 3 Jahrhunderten
Die Erneuerung der Schützenbruderschaft Freienohl im Jahr 1702
300 Jahre unter Kurfürsten, Großherzögen, Königen und Kaisern, Diktatoren, Besatzern und Demokraten.
Der Ursprung der Schützenbruderschaften im Sauerland
Der adlige Zweig der bayrischen Sippe Staudinger.
Schützenkönige und Königinnen (ab 1860).
Abschrift des Protokollbuches von 1702 (Originaltext / sinngemäßes Hochdeutsch) (27 S.).
Entwurf: Die Anfänge der Stirnberg-Linie zu Freienohl und der dortige Beiname Humpert.
Die Familie Kerstholt in Freienohl.
Die Familie Henkel im Sauerland.
Die Familie Schwefer in Freienohl: Heiraten von 1692 bis 1899 (Kirchenbuch...).
Stammreihe der Familie Albers aus Freienohl.
Der Neubau der Ruhrtalbahn um 1870.
Text von Karl Neise : Die Neisen und das Neisen-Gut zu Freienohl.
Prof. Dr. Karl Neise: Lebenslauf... Publikationen.
Staudinger: viele Seiten, ab: G 20 Staudinger, Caspar Conrad ….Staudinger, Michael James.
Korte / Schröder.
Holzapfel / Miese.
Familie Humpert.
Zacharias, Freienohl – Bockum,
Buchkopie: Theo Reintges: Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden, 1963.
Kopie: Abschrift der Statuten der Freienohler Schützenbruderschaft, entworfen, genehmigt im Jahre 1702, Abschriften Protokollbücher... 1962
Kopie: Mitgliedsbuch der Schützenbruderschaft Freienohl, 1931, Josef Zacharias … 1982.
Kopie: Günther von Lojewski: Bayerns Weg nach Köln, Rohrscheid V. , Bonn, 1962.
Zusammengestellt von Heinrich Pasternak. Januar 2026
